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Auslandsstudium an der UBC 2006/2007

Vorwort

Nachdem ich mein Vordiplom in der Tasche hatte und auch noch auf den Bachelor-Zug aufgesprungen bin, hatte ich mir vorgenommen nach Abschluss des Bachelors ins Ausland zu gehen. Ich entschied mich für Nordamerika, wo die TUD Beziehungen zu den Universitäten in Boulder und Vancouver hat. In Rankings schneiden beide Unis etwa gleich gut ab. Die positiven Berichte über Vancouver und die Tatsache dass ich Kontakt zu einem ehemaligen UBC Austauschstudenten hatte, haben dann den Ausschlag für die UBC gegeben. Vancouver landet regelmäßig auf Spitzenplätzen der Städte mit der besten Lebensqualität. Während meiner Zeit in Nordamerika habe ich einen Blog geführt, den man noch einsehen kann.

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen fingen schon etwa neun Monate vor dem eigentlichen Auslandsaufenthalt an. Die interne Bewerbung am Fachbereich Informatik der TUD musste schon im Dezember des Vorjahres geschehen. Voraussetzungen für eine Bewerbung waren ein abgeschlossenes Vordiplom mit der Note “gut” plus zwei Semester Hauptstudium zum Zeitpunkt der Abreise. Damit soll wohl sichergestellt werden, dass man auf dem Level eines Bachelor-Absolventen in Nordamerika ist, denn dort ist der Bachelor-Studiengang auf 4 Jahre ausgelegt. Ich hatte mich zusätzlich noch für einen Platz im europäischen Erasmus Programm beworben, falls ich nicht nach Nordamerika hätte gehen können.

Bewerbung

Für die Fachbereich-interne Bewerbung an der TUD benötigten wir einen kurzen Lebenslauf, Leistungsspiegel und ein Motivationsschreiben wieso wir ins Ausland gehen möchten. Obwohl die Frist dafür bereits am 9. Dezember war, fand das erste Gespräch bezüglich der Bewerbung an der UBC erst am 14. Februar mit Fr. Cunningham statt (teilweise durch eine Verkettung unglücklicher Umstände). Dies war insofern ärgerlich, da es für die UBC nur 3 Bewerber auf die 3 vorhandenen Plätze gegeben hat. Das sollte in Zukunft besser gelöst werden.

Von Fr. Cunningham haben wir dann erfahren was alles für die Bewerbung an der UBC zu erledigen ist. Man sollte beachten dass eine Annahme an der TUD noch keine Annahme an der jeweiligen Gast-Universität garantiert. Aufgrund unseres späten ersten Gespräches mussten wir einige der umfangreichen Bewerbungsunterlagen innerhalb von 14 Tagen (Bewerbungsfrist an der UBC war schon am 28. Februar) besorgen. Nach der Anmeldung online auf der Website der UBC mussten wir folgende Unterlagen einschicken: Motivationsschreiben, Kopie des Vordiploms, 3 Empfehlungsschreiben sowie die Ergebnisse des TOEFL.

Vor allem für die drei Empfehlungsschreiben kann man durchaus etwas länger benötigen, da Professoren generell wenig Zeit haben. Nachdem die ganzen Unterlagen zusammengetragen waren, konnte man erst einmal wieder verschnaufen und die weiteren Schritte in Ruhe angehen. Dazu gehörten die Kurswahl an der UBC (Anfang Juli) sowie die Beantragung eines Visums (Study permit).

TOEFL

Wie erwähnt hatten wir nur sehr wenig Zeit für die benötigten Unterlagen und haben es auch nicht geschafft den TOEFL rechtzeitig abzulegen. Wir hatten eine Wartezeit von zweieinhalb Monaten für den nächstmöglichen Test-Termin in Frankfurt Anfang Mai bekommen. Wegen dieser Verzögerung hatte es zeitweise auch Probleme mit der UBC gegeben. Im Endeffekt ist es nochmal gut gegangen, obwohl es Nerven gekostet hat. Dies könnte in Zukunft verbessert werden. Die TOEFL Ergebnisse waren Ende Mai online verfügbar, schriftlich jedoch erst Anfang Juni.

Den TOEFL sollte man nicht unterschätzen, er ist aber mit ein bisschen Vorbereitung gut machbar. Für mich war der Sprachtest am schwierigsten, da ich für gewöhnlich kein Englisch im Alltag sprechen musste und somit wenig Übung hatte. Für den TOEFL werden vom Sprachenzentrum der TUD auch kostenlose Kurse angeboten. Ich habe zur Vorbereitung einen Intensiv-Kurs für die Writing Section (Essay) besucht.

Visum (Study Permit)

Um das Visum zum Studieren in Kanada zu beantragen benötigt man wiederum einige Unterlagen. Man sollte sich zudem auch rechtzeitig darum kümmern, Passbilder, einen Nachweis zur Bezahlung der Bearbeitungs-Gebühr, einen gültigen Reisepass, eine Zulassungsbestätigung von der Gast-Uni, einen Nachweis zur Finanzierung (von der Bank) und ein polizeiliches Führungszeugnis zu besorgen. Einen Reisepass zu bekommen kann alleine Wochen dauern, also sollte man rechtzeitig anfangen. Die Bearbeitungsgebühr war damals mit 90 Euro auch nicht gerade günstig.

Sonstiges

Ein internationaler Führerschein kann von Vorteil sein wenn man im Ausland Auto fahren will (vor allem außerhalb British Columbia). Der internationale Studentenausweis ISIC ist sehr nützlich, da man viele Vergünstigungen dadurch bekommen kann (z.b. Zugfahren in den USA mit Amtrak). Ich konnte aber auch einen an der UBC beantragen (mit dem lokalen Studentenausweis). In Darmstadt sollte man je nachdem ein oder zwei Urlaubssemester beantragen um das Studienguthaben nicht zu verringern. Es ist jedoch vorher zu klären ob es dann noch möglich ist, sich die besuchten Veranstaltungen im Ausland an der TUD anerkennen zu lassen. Es ist sogar möglich sich den Betrag für das Semesterticket erstatten zu lassen (damals 74,50 Euro pro Semester). Ansonsten muss man sich noch um einen Flug kümmern, den man so früh wie möglich buchen sollte um Geld zu sparen. Eine Reiseversicherung sollte man zudem auch noch abschließen. Ich brauche eigentlich nicht zu erwähnen dass für viele dieser Sachen eine Kreditkarte nützlich oder erforderlich ist (Visa oder Mastercard). Optional kann man noch ein Konto bei der Deutschen Bank eröffnen. Denn diese hat Abkommen mit der Scotiabank in Kanada, sowie der Bank of America in den USA. Durch dieses Abkommen muss man bei der Benutzung von Geldautomaten der genannten Banken mit der deutschen EC-Karte keine zusätzlichen Gebühren bezahlen.

Ich habe diesen Vorbereitungsteil bewusst ausführlich beschrieben damit zukünftigen Studenten bewusst ist, dass es durchaus viel Arbeit sein kann sich für ein Auslandsstudium zu bewerben. Es sollte jedoch auf keinen Fall davon abhalten sich dafür zu entscheiden. Die im Ausland gemachten Erfahrungen entschädigen für die Arbeit der Vorbereitung und lassen diese im Rückblick gering erscheinen.

Erste Wochen

Wir sind am 22. August nach Vancouver geflogen und hatten somit noch eine gute Woche Zeit bis zum Beginn der Orientierungswoche (damals 30. August bis 3. September) für Graduate students1. Direkt danach kam dann die Orientierungswoche vom Computer Science Department. Man hat also insgesamt zwei Orientierungswochen, was sehr angenehm ist. Die ersten Wochen sind mit Sicherheit die aufregendsten, da alles neu und ungewohnt ist.

Wohnung

Wir hatten uns schon in Deutschland für eine Wohnung auf dem Campus beworben. Wir haben aber leider keinen Platz bekommen und sind auf der Warteliste gelandet (Zu Beginn des zweiten Semesters wurde mir dann ein Platz angeboten. Ich habe aber nicht angenommen, da der Mietvertrag für einen längeren Zeitraum gewesen wäre und nicht zu meiner Planung gepasst hat. Flexible Mietverträge sind ein Vorteil wenn man außerhalb des Campus wohnt). Deswegen mussten wir uns eine Wohnung außerhalb des Campus suchen. Wir haben nach unserer Ankunft erst einmal im Hostel Jericho Beach gewohnt.

Am ersten Tag der Wohnungssuche haben wir bestimmt 50 Leute angerufen. Die meisten haben nur gesagt dass die Wohnung bereits vergeben sei. Viele Vermieter wollten auch längerfristige Mieter (etwa ein Jahr und mehr). Ich habe meine Wohnung dadurch gefunden, dass ich sofort auf ein Inserat geantwortet habe direkt nachdem es ins Internet eingestellt wurde. Die Mieten in Vancouver sind recht hoch und mit die höchsten in ganz Kanada. Ein guter Start zur Wohnungssuche sind amsrentsline und craigslist.

Leute kennenlernen

Die Orientierungswochen sind die beste Gelegenheit andere Studenten kennenzulernen. Es wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten (Besuch von Parks, Boat Cruise, Partys und vieles mehr).

UBC

Campus

Die Uni und der dazugehörige Campus sind im Prinzip eine eigene kleine Stadt, die durch einen Wald (Pacific Spirit Regional Park) vom übrigen Vancouver getrennt ist. Viele Studenten verlassen den Campus nur dann wenn sie einkaufen gehen müssen. Ansonsten kann man dort auch ins Kino gehen, sich Theater anschauen, Schwimmen gehen, etc.

Computer Science Department

Das Computer Science Department hat ein schönes Gebäude mit guter Lage auf dem Campus. Vor allem die geräumige Lounge im obersten Stock des Gebäudes bietet eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und Vancouver Island. Man merkt im Gegensatz zu Darmstadt die deutliche Trennung von Undergraduate (Bachelor) und Graduate (Master und PhD). Als Graduate student wird einem wesentlich mehr Vertrauen und Unterstützung entgegengebracht. Außerdem erhält man einen Platz in einem Büro und hat jeder Zeit Zugang zum Gebäude mit seinem eigenen Schlüssel. Master Studenten haben garantiere Unterstützung durch einen Tutor-Job für mindestens ein Jahr, der mit knapp $30 pro Stunde auch gut bezahlt ist. Angenehm empfand ich das Vertrauen, dass einem entgegengebracht wurde. Zum Beispiel konnte man jederzeit in fast alle Bereiche des Gebäudes gehen, sogar in das Main office, in dem die Post für alle Studenten und Professoren offen zugänglich ist. Auch bei den diversen Clubs wie dem Coffee Club oder dem Water Club wird keine strenge Kontrolle ausgeübt, sondern darauf vertraut dass sich alle verantwortlich verhalten (Strich-Liste beim Kaffee-Automat und einfacher Wasserspender für Mitglieder des Water Clubs). Ein weiterer Unterschied zu Darmstadt sind die häufigen Besuche und damit auch Vorträge von Professoren anderer Unis und die Präsenz von Firmen wie z. B. Google, Microsoft und Electronic Arts, die um die Rekrutierung von Studenten bemüht sind.

Kurse

Die Kurse für Graduate students haben generell einen höheren Aufwand als vergleichbare Kurse in Darmstadt. Neben häufigen Hausaufgaben (Assignments) haben viele Kurse oft noch Projekte mit dazugehörigen Präsentationen. In Darmstadt sind die Kurse streng in Vorlesungen, Seminare und Praktika eingeteilt. Dies ist an der UBC nicht so, man kann nur durch das Lesen der Kursbeschreibung sowie den Erfahrungen anderer Studenten herausfinden, wie umfangreich ein Kurs wirklich ist und wo die Schwerpunkte gesetzt werden. So kann es auch sein dass ein Kurs eine Mischung aus allen drei dieser Kursarten ist. Viele Kurse erforderten auch das Lesen von Forschungsberichten (Paper), sodass man einen Einblick in die Forschung bekommen hat. Dies ist in Darmstadt seltener der Fall.

Ich habe die folgenden Kurse belegt, wobei ich die ersten drei Kurse im ersten Semester und die anderen beiden im zweiten Semester belegt habe. Mehr als drei Kurse pro Semester sollte man auf keinen Fall belegen, wenn man nachts noch schlafen möchte.

CSPC 312: Functional and Logic Programming

Dies ist der einzigste Undergrad-Kurs (also eigentlich für Bachelor-Studenten gedacht) den ich belegt habe, weil ich wissen wollte wie der Anspruch und die Atmosphäre sind. Im Rückblick kann ich sagen dass der Kurs interessant, aber nicht übermäßig schwierig war. Es gab 5 benotete Assignments, 2 Klausuren und 2 Projekte, die in 4er Gruppen bearbeitet wurden. Der Inhalt setzte sich im ersten Teil aus Prolog als logische Programmiersprache und im zweiten Teil aus Haskell als funktionale Programmiersprache zusammen. Die Professorin Kim Voll ist sehr nett und zugänglich. Sie hat meiner Meinung nach eine gute Vorlesung gehalten, die zeitweise nur etwas zu langsam war.

CPSC 500: Fundamentals of Algorithm Design and Analysis

Dieser Kurs wurde von Will Evans gehalten, der auf seine ruhige Art eine tolle Vorlesung gehalten hat. Obwohl der Kurs für mich der anspruchsvollste war, fand ich ihn zusammen mit Machine Learning (siehe unten) am Interessantesten. Mit Vorkenntnissen aus dem Grundstudium in Darmstadt hatte man keine Probleme dem Stoff zu folgen. Die eigentliche Herausforderung war das Lösen der gestellten Aufgaben, die oft wie ein Rätsel sind zu dem man den richtigen Ansatz zur Lösung braucht. Für den Kurs waren hauptsächlich Assignments zu bearbeiten, die durchaus ihre Zeit brauchten. Auch wenn ein Problem gelöst war, brauchte es oft noch einige Zeit die Lösung mathematisch korrekt und sauber aufzuschreiben. Es gab 2 Klausuren, die zusammen Hälfte der Endnote ausgemacht haben.

CPSC 502: Artificial Intelligence I

In diesem, von David Poole gelehrten, Kurs wurden die Grundlagen der künstlichen Intelligenz vermittelt. Die Stoffplan war sehr umfangreich und David ist dadurch nur selten ins Detail gegangen. Es gab benotete Assignments sowie eine Klausur und ein Survey paper zu schreiben, das man auch präsentieren musste.

CPSC 527: Computer Communication Protocols

Dieser Kurs wurde von Son Vuong unterrichtet, der zwar sehr nett und verständnisvoll ist, jedoch öfter einen unvorbereiteten Eindruck machte. Inhaltlich umfasste der Kurs anfangs eine Wiederholung der Grundlagen von TCP/IP, danach wurden speziellere im Internet eingesetzte Protokolle behandelt und am Ende wurde ein Schwerpunkt auf Peer-to-Peer Systemen gesetzt. Es gab 2 Assignments, um alle Studenten auf einen gemeinsamen Level zu bringen. Anstatt einer Klausur gab es ein paar angekündigte Quizzes, die den behandelten Stoff abfragten. Der Schwerpunkt des Kurses lag jedoch auf einem Projekt und dem Anfertigen eines Berichts und einer Präsentation dazu.

CPSC 540: Machine Learning

Dieser Kurs von Nando de Freitas war für mich sehr interessant und lehrreich, vor allem weil ich fast keinerlei Vorkenntnisse auf diesem Gebiet hatte. In diesen Kurs habe ich bestimmt die meiste Zeit investiert, dies aber auch gerne gemacht. Es gab 3 größere Assignments, sowie eine Klausur und ein Projekt.

Arbeiten als Teaching Assistant

Wie bereits erwähnt haben alle neuen Master Studenten einen garantierten Job als Tutor (Teaching Assistant) für die Dauer von mindestens einem Jahr. Aufgrund unseres Status als Austauschstudenten hatten wir jedoch keinen Anspruch darauf. Man konnte sich aber als hourly Teaching Assistant bewerben, also stundenweise arbeiten. Genau das habe ich gemacht und so kam es dass ich mir zusammen mit Marcus, einem der anderen Austauschstudenten, eine volle Stelle (12 Stunden pro Woche) geteilt habe. Wir haben hauptsächlich Assignments für den Kurs CPSC 310: Introduction to Software Engineering korrigiert. Das hatte den Vorteil das wir uns die Zeit frei einteilen konnten. Mit einer Study permit darf man übrigens generell nur für die Universität arbeiten. Darunter fallen aber auch die zahlreichen Geschäfte auf dem Campus, die von der Universität betrieben werden.

Ich habe auch eine Steuererklärung gemacht, die recht unkompliziert war. Insgesamt habe ich immerhin etwa $200 wiederbekommen, die auch recht schnell da waren.

Kanada

Vancouver

Vancouver ist eine sehr schöne Stadt mit multi-kulturellen Einwohnern. Sie liegt am Meer und an den Bergen, so dass man oft eine schöne Aussicht und das Gefühl von Naturnähe hat. Den größten Teil von Vancouver bilden Wohngebiete und nur in Downtown Vancouver fühlt man sich wirklich wie in einer Großstadt. Sehr schön sind die vielen Strände und Parks in der Stadt. Die Menschen sind mir insgesamt offener und freundlicher als in Deutschland vorgekommen. Im Winter regnet es recht oft, was sich für viele abschreckend anhört. Der Regen ist aber nicht besonders stark so dass man mit einer Regenjacke und ohne Regenschirm gut auskommt. Auf den nahegelegenen Bergen fällt anstatt Regen dafür Schnee, sodass man wunderbar Wintersport betreiben kann.

Wintersport

In Vancouver hat man als Wintersportler die Wahl auf einen der nahegelegenen kleineren Berge oder nach Whistler zu gehen. Die nahen Berge haben nicht besonders große Skigebiete, sind aber wegen der kurzen Fahrtzeit und des etwas günstigeren Preises (im Vergleich zu Whistler) für Anfänger gut geeignet. Als Fortgeschrittener sollte man lieber nach Whistler fahren, einem der besten Skigebiete Nordamerikas und Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010. Es gibt unzählige Pisten in wunderschöner Landschaft, die es zu befahren gilt. Whistler ist ein teures Pflaster, eine Tageskarte kostet vor Ort in der Hauptzeit um die $80. Zum Glück gibt es für Studenten das Angebot, einen Season Pass für etwa $400 zu erwerben (Early bird rate). Anstatt in teuren Hotels zu übernachten kann man auch im abgelegenen HI Hostel übernachten, zu dem allerdings nur 3-4 Busse täglich fahren. Besser ist es einen Platz in der UBC Lodge, eine von der AMS betriebene Einrichtung, zu bekommen. Diese sind allerdings sehr beliebt, so dass man Glück bei der Ticketvergabe haben muss. Seine Chance erhöhen kann man, indem man Mitglied im UBC Ski and Board Club wird. Dann kann man bereits eine Woche vor dem allgemeinen Ticketverkauf eine begrenzte Anzahl von Tickets erwerben. Je nachdem wie viele Tage man in Wintersport investieren möchte, lohnt es sich Skier oder einer Snowboard zu kaufen. Ich habe mir ein gebrauchtes Snowboard mit Bindung und Tasche für etwa $250 gekauft. Snowboard Boots hatte ich mir aus Deutschland mitgenommen.

Urlaub

Anfang Mai war ich endgültig mit der Uni fertig and musste mir somit überlegen was ich mache. Eine Möglichkeit wäre gewesen zurück nach Deutschland zu gehen um noch in das laufende Semester einzusteigen. Aber nach den teilweise stressigen zwei Semesters möchte wohl jeder etwas Urlaub machen. So verwundert es nicht, dass keiner von uns drei Austauschstudenten direkt zum Sommersemester zurückgegangen ist. Ich habe stattdessen mit dem Zug einige großen Städte der Westküste der USA besucht (Portland, Seattle, San Francisco, Los Angeles). Es ist erstaunlich günstig mit dem Zug in den USA zu reisen, vor allem wenn man einen internationalen Studentenausweis hat. Den Rest der Zeit habe ich mit Freunden in Vancouver verbracht.

Fazit

Natürlich kann ich jedem nur empfehlen selbst eine solche Erfahrung zu machen. Man sollte sich aber der finanziellen Belastung bewusst sein, vor allem wenn man ohne Stipendium ins Ausland geht. Ich kann nur sagen dass ich in den etwa zehn Monaten viele Freunde verschiedener Nationalitäten gefunden habe, zu denen ich auch weiterhin Kontakt halten werde. Es ist erstaunlich, aber ich habe an der UBC in zwei Semestern mehr Leute kennengelernt als in Darmstadt. Eine wichtige Erfahrung war auch der Einblick in den Universitätsbetrieb in Kanada und in die Forschung in der Informatik.


  1. Als Graduate students werden alle Studenten bezeichnet, die sich in einem Master oder PhD Programm befinden und somit ihren Bachelor schon abgeschlossen haben.